Die gleitenden Durchschnitte (EMA)
Den exponentiellen gleitenden Durchschnitt verstehen und den grundlegenden Trend, den er in der App offenbart.
Das Wichtigste
Ein gleitender Durchschnitt glättet den Preis, indem er seinen Mittelwert über einen bestimmten Zeitraum berechnet, sodass sich der Trend erkennen lässt, ohne von den Schwankungen jeder einzelnen Kerze abgelenkt zu werden. Der exponentielle gleitende Durchschnitt, oder EMA (Exponential Moving Average), gewichtet jüngere Preise stärker als ältere: Er reagiert daher schneller als ein einfacher gleitender Durchschnitt auf Richtungswechsel.
In der App dienen zwei EMAs als Orientierung für den grundlegenden Trend: der EMA50, berechnet über 50 Perioden, und der EMA200, berechnet über 200 Perioden. Der EMA50 folgt dem Preis enger und stellt einen mittelfristigen Trend dar, während der EMA200 deutlich träger ist und den grundlegenden Trend abbildet, der den Markt langfristig strukturiert.
- EMA50 über dem EMA200: Der grundlegende Trend ist bullisch.
- EMA50 unter dem EMA200: Der grundlegende Trend ist bärisch.
- Je größer der Abstand zwischen den beiden EMAs, desto ausgeprägter der Trend.
Vertiefung: Golden Cross und Death Cross
Die Kreuzung der beiden EMAs ist ein Ereignis, das von vielen Anlegern genau verfolgt wird. Man spricht von einem Golden Cross, wenn der EMA50 den EMA200 von unten kreuzt und darüber steigt: Das markiert einen Umschwung des Grundtrends zum Bullischen. Umgekehrt tritt der Death Cross auf, wenn der EMA50 den EMA200 von oben kreuzt und darunter fällt, was einen Umschwung zum Bärischen signalisiert.
- Golden Cross: Der EMA50 steigt über den EMA200, Signal für einen Trendwechsel Richtung bullisch.
- Death Cross: Der EMA50 fällt unter den EMA200, Signal für einen Trendwechsel Richtung bärisch.
Diese Kreuzungen sind ihrer Natur nach nachlaufende Signale, da sie auf Durchschnitten beruhen, die bereits mehrere Dutzend oder Hunderte Preisperioden einbeziehen. Sie bestätigen einen bereits eingeleiteten Trendwechsel, statt ihn vorwegzunehmen.
Experte: EMA gegen SMA und die Verzögerung gleitender Durchschnitte
Der einfache gleitende Durchschnitt (SMA, Simple Moving Average) gewichtet jeden Preis des betrachteten Zeitraums gleich, während der EMA dank eines exponentiellen Glättungsfaktors jüngere Preise stärker gewichtet. Ergebnis: Bei gleicher Periodenlänge liegt der EMA etwas näher am aktuellen Preis und reagiert schneller auf einen Richtungswechsel als der SMA.
Alle gleitenden Durchschnitte bleiben jedoch nachlaufende Indikatoren: Sie berechnen einen Mittelwert vergangener Daten und folgen dem Preis somit, statt ihn vorwegzunehmen. An Wendepunkten reagiert ein gleitender Durchschnitt stets verzögert, was dazu führen kann, dass der eigentliche Beginn einer Bewegung verpasst wird, oder umgekehrt, dass ein Trendsignal bestehen bleibt, obwohl sich der Markt bereits gedreht hat.
